Lexikon · Steuern
AfA einfach erklärt
Die AfA ist die Absetzung für Abnutzung. Sie ist der Teil deiner Anschaffungskosten, den du als Vermieter jedes Jahr steuerlich abschreibst. Abgeschrieben wird nur das Gebäude, nie der Grund und Boden. Bei Bestandswohnungen liegt der Satz üblicherweise bei zwei Prozent im Jahr über fünfzig Jahre. Die AfA mindert deine Steuerlast, ohne dass Geld abfließt.
Wie es berechnet wird
Der Rechenweg hat drei Schritte. Erst addierst du Kaufpreis und die Kaufnebenkosten, die zu den Anschaffungskosten zählen. Dann ziehst du den Bodenanteil ab, denn Grund und Boden nutzt sich nicht ab. Vom Rest nimmst du zwei Prozent pro Jahr.
Ein Beispiel aus Essen-Altendorf: eine vermietete Zweizimmerwohnung mit 68 Quadratmetern im Bestand, Kaufpreis 139.000 Euro, gekauft ohne Makler.
| Kaufpreis | 139.000 € |
| Grunderwerbsteuer 6,5 % | 9.035 € |
| Notar und Grundbuch, rund 2 % | 2.780 € |
| Anschaffungskosten gesamt | 150.815 € |
| Bodenanteil laut Kaufpreisaufteilung, 25 % | −37.704 € |
| Abschreibungsfähiger Gebäudeanteil | 113.111 € |
| AfA-Satz pro Jahr | 2,0 % |
| AfA pro Jahr | 2.262 € |
| Wirkung bei 40 % Grenzsteuersatz | rund 905 € |
Rund 905 Euro weniger Steuern im Jahr, also etwa 75 Euro im Monat. Das ist der Betrag, der einen knapp negativen Cashflow oft ins Plus dreht.
Beispielzahlen zur Veranschaulichung. Diese Seite ist eine allgemeine Erklärung und ersetzt keine Steuerberatung. Deinen konkreten Fall muss ein Steuerberater prüfen.
Worauf du achten musst
Aus der Verwaltungspraxis
Mein Unternehmen verwaltet rund 4.000 Einheiten in Nordrhein-Westfalen. Wenn ein Eigentümer mir seine Unterlagen für die Steuererklärung schickt, fehlt am häufigsten dasselbe: eine saubere Kaufpreisaufteilung. Viele Käufer haben nie festgehalten, welcher Teil auf Boden und welcher auf Gebäude entfällt, und übernehmen später irgendeinen Wert.
Ein Erfahrungswert aus dem eigenen Bestand: In den Ruhrgebietslagen, in denen ich überwiegend arbeite, liegt der Bodenanteil bei Bestandswohnungen meistens zwischen zwanzig und dreißig Prozent. In teureren Lagen wie Rüttenscheid oder Werden ist er spürbar höher. Wer den Anteil vor dem Notartermin klärt, spart sich später eine Diskussion mit dem Finanzamt.
Verwandte Begriffe
Die AfA hängt direkt an deinen Anschaffungskosten und wirkt sich auf jede Renditerechnung aus. Diese Einträge gehören dazu:
Weiterlesen: alle Begriffe im Immobilien-Lexikon, die Zusammenhänge im Silo Steuern für Immobilieninvestoren.
Fazit
Die AfA ist der leiseste Renditebaustein, den eine Anlagewohnung hat. Sie steht in keinem Exposé und taucht in keiner Bruttorendite auf, macht aber bei einer Wohnung für 139.000 Euro schnell 75 Euro im Monat aus.
Zwei Dinge musst du dafür richtig machen: die Kaufpreisaufteilung sauber dokumentieren und alle Anschaffungsnebenkosten mitnehmen. Beides entscheidet sich vor dem Notartermin, nicht danach.
Diese Erklärung ist allgemein gehalten und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
Teil von: Immobilien-Lexikon von A bis Z
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