Lexikon · Rendite und Bewertung
Nutzfläche einfach erklärt
Nutzfläche ist die Fläche, die einem Zweck dient, aber nicht dem Wohnen. Keller, Dachboden, Garage, Hobbyraum und Waschküche zählen dazu. Berechnet wird sie nach der DIN 277, nicht nach der Wohnflächenverordnung. Für die Miethöhe zählt sie nicht mit, für Kaufpreis und Verkehrswert dagegen schon.
Warum das für dich wichtig ist
Viele Exposés nennen eine Gesamtfläche und meinen damit Wohnfläche plus Nutzfläche. Das klingt großzügig und verzerrt jede Renditerechnung, denn Miete zahlt dein Mieter nur für die Wohnfläche.
Werthaltig ist die Nutzfläche trotzdem. Ein trockener Keller, ein Abstellraum oder eine Garage machen eine Wohnung besser vermietbar und lassen sich teilweise separat vermieten. Nur eben nicht zum Quadratmeterpreis der Wohnung.
Ein Beispiel aus dem Ruhrgebiet
Eine Wohnung in Mülheim an der Ruhr wird mit 96 Quadratmetern Gesamtfläche angeboten, Kaufpreis 139.000 Euro. Ein Blick in die Aufteilung zeigt etwas anderes.
| Wohnräume nach Wohnflächenverordnung | 66 m² |
| Balkon, 8 m² zu einem Viertel | 2 m² |
| Wohnfläche | 68 m² |
| Kellerraum | 10 m² |
| Abstellraum im Dachgeschoss | 4 m² |
| Garage | 14 m² |
| Nutzfläche | 28 m² |
| Miete gerechnet auf 96 m² zu 6,80 € | 653 € |
| Tatsächlich erzielbare Kaltmiete | 462 € plus Garage |
Der Unterschied beträgt rund 190 Euro im Monat oder 2.285 Euro im Jahr. Die Bruttomietrendite fällt dadurch von scheinbar 5,6 auf reale 4,0 Prozent. Eine Garage bringt im Revier meist 40 bis 60 Euro im Monat zusätzlich, das gleicht die Lücke nur zum Teil aus.
Aus der Verwaltungspraxis
Mein Maklerteam bringt über 200 Verkäufe im Jahr auf den Weg, parallel verwalte ich rund 4.000 Einheiten in Nordrhein-Westfalen. Ein Erfahrungswert daraus: Bei Altbauten im Revier ist der Kellerbereich häufig großzügig und wird in Unterlagen gern zur Fläche dazugerechnet, obwohl er nie Wohnfläche war.
Was mir besonders auffällt: Ausgebaute Dachböden und Hobbyräume im Keller werden vermietet, als wären sie Wohnraum. Das ist heikel. Ohne bauaufsichtliche Genehmigung ist so ein Raum kein Aufenthaltsraum, und im Streitfall kann der Mieter die Miete kürzen. Vor dem Kauf lohnt der Blick in die Bauakte, nicht nur ins Exposé.
Typische Fehler
Häufige Missverständnisse
Zählt der Keller zur Wohnfläche?
Nein. Kellerräume, Waschküchen, Abstellräume außerhalb der Wohnung, Garagen und Heizungsräume sind ausdrücklich keine Wohnfläche, auch wenn sie beheizt oder ausgebaut sind.
Kann ein Hobbyraum Wohnfläche werden?
Nur wenn er die Anforderungen an einen Aufenthaltsraum erfüllt und entsprechend genehmigt ist. Dazu gehören Raumhöhe, Belichtung und Belüftung.
Verwandte Begriffe
Weiterlesen: alle Begriffe im Immobilien-Lexikon, die Kennzahlen im Silo Rendite.
Fazit
Nutzfläche ist Fläche, für die niemand Wohnungsmiete zahlt. Wer sie in die Renditerechnung nimmt, rechnet sich das Objekt um ein Drittel zu gut.
Lass dir vor dem Kauf die Wohnflächenberechnung geben, getrennt nach Wohn- und Nutzfläche. Und prüfe bei ausgebauten Kellern und Dachböden, ob sie überhaupt genehmigt sind.
Diese Erklärung ist allgemein gehalten und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
Stimmen die Quadratmeter in deinem Exposé?
Im Erstgespräch trenne ich Wohnfläche und Nutzfläche und rechne die Rendite auf der richtigen Basis.
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