Lexikon

Immobilien-Lexikon: alle Fachbegriffe von A bis Z verständlich erklärt

In diesem Lexikon findest du die Begriffe, die dir beim Immobilienkauf begegnen: von Auflassungsvormerkung über Hausgeld bis Vervielfältiger. Jeder Eintrag erklärt den Begriff in wenigen Sätzen, ordnet ihn für Kapitalanleger ein und zeigt an einem Beispiel aus dem Ruhrgebiet, was er praktisch bedeutet.

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Christian Gottschling, Immobilien-Coach aus Essen, erklärt Fachbegriffe rund um die Kapitalanlage

Gebaut für den Moment, in dem du ein Exposé vor dir hast

Die meisten Menschen schlagen einen Immobilienbegriff nicht aus Neugier nach. Der Grund ist fast immer derselbe: Das Wort steht in einem Dokument, das gerade auf dem Tisch liegt, und an dem Dokument hängt eine Entscheidung. Genau dafür ist dieses Lexikon gemacht.

Jeder Eintrag beginnt mit einer kurzen Definition, die für sich allein funktioniert. Danach folgt die Erklärung mit einem Zahlenbeispiel, dann die Frage, warum der Begriff für dich als Kapitalanleger wichtig ist. Am Ende steht ein Hinweis aus der Praxis: was mir zu diesem Thema in eigenen und in verwalteten Objekten immer wieder auffällt.

Damit unterscheidet sich das Lexikon von einer reinen Wortsammlung. Du erfährst nicht nur, was ein Wort bedeutet, sondern was es für deine Rechnung bedeutet.

So nutzt du das Lexikon am besten

Leg dir die Unterlagen zum Objekt neben den Bildschirm und arbeite dich Dokument für Dokument durch. In der Teilungserklärung stolperst du über andere Begriffe als in der Jahresabrechnung, und im Grundbuchauszug über wieder andere. Wenn dir ein Wort dreimal begegnet und du es dreimal überliest, ist genau das der Punkt, an dem später ein teurer Fehler entsteht.

Am Ende jedes Eintrags stehen verwandte Begriffe. Über sie kommst du automatisch zu den Themen, die im selben Dokument gleich danach auftauchen.

Die Gruppen

So ist das Lexikon sortiert

Die Begriffe verteilen sich auf fünf Bereiche. Jeder Eintrag verlinkt zurück in das Thema, zu dem er gehört.

Kauf, Grundbuch und Recht

Grundbuch, Auflassung, Grundschuld, Vorkaufsrecht, Erbbaurecht, Bodenrichtwert und alles, was rund um den Notartermin auftaucht. Führt weiter zum Ablauf beim Wohnungskauf.

Eigentum, Vermietung und Verwaltung

Teilungserklärung, Sondereigentum, Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung, Mietspiegel, Kappungsgrenze. Der größte Bereich, weil hier das meiste Geld liegt. Führt weiter zur Vermietung und Verwaltung.

Finanzierung

Beleihungswert, Beleihungsauslauf, Annuität, Tilgung, Zinsbindung, Restschuld, Sondertilgung. Die Sprache, die deine Bank spricht.

Rendite und Bewertung

Kaufpreisfaktor, Brutto- und Nettomietrendite, Cashflow, Ertragswertverfahren, Verkehrswert, Break-even-Miete.

Steuern

AfA, Grunderwerbsteuer, Kaufpreisaufteilung, Spekulationsfrist, Werbungskosten, Erhaltungsaufwand, Drei-Objekt-Grenze.

Und wenn ein Begriff fehlt

Das Lexikon wächst laufend. Neue Einträge kommen dazu, sobald sie fertig geprüft sind.

Häufig gesucht

Die zwölf Begriffe, die am meisten Geld bewegen

Teilungserklärung

Das Grundgesetz deiner Wohnung. Regelt, was dir gehört und was der Gemeinschaft.

Hausgeld

Die monatliche Zahlung an die Gemeinschaft. Nur ein Teil davon ist umlagefähig.

Instandhaltungsrücklage

Der Topf der Gemeinschaft für große Reparaturen. Zu dünn gefüllt bedeutet Sonderumlage.

Sondereigentum

Der Teil, den du allein besitzt und allein bezahlst.

Kaufpreisfaktor

Kaufpreis geteilt durch Jahresnettokaltmiete. Die schnellste Kennzahl überhaupt.

Bruttomietrendite

Die Zahl aus dem Exposé. Nützlich zum Sortieren, ungeeignet zum Entscheiden.

Nettomietrendite

Die Zahl nach Kosten. Deutlich näher an der Wahrheit.

Cashflow

Was am Monatsende auf deinem Konto übrig bleibt oder fehlt.

Beleihungswert

Der vorsichtige Wert, mit dem die Bank rechnet.

Beleihungsauslauf

Dein Darlehen im Verhältnis zu diesem Wert. Bestimmt deinen Zins mit.

AfA

Die jährliche Abschreibung auf den Gebäudeanteil.

Grunderwerbsteuer

In Nordrhein-Westfalen 6,5 Prozent. Der größte Brocken der Kaufnebenkosten.

Warum die Definitionen hier anders klingen

Die meisten Glossare im Netz erklären Begriffe juristisch korrekt und praktisch nutzlos. Dort steht, was das Gesetz meint, aber nicht, was in deiner Abrechnung passiert und was es dich am Ende des Jahres kostet.

Mein Unternehmen verwaltet rund 4.000 Einheiten in Nordrhein-Westfalen. Das heißt: Zu fast jedem Begriff aus diesem Lexikon liegt bei mir ein Vorgang auf dem Tisch. Eine Sonderumlage ist für mich kein Fachwort, sondern ein Brief, den jemand geöffnet hat. Ein Umlageschlüssel ist keine Definition, sondern eine Zeile, über die jedes Jahr diskutiert wird.

Ein Begriff ist erst dann verstanden, wenn du weißt, wo er in deiner Abrechnung auftaucht und was er dich kostet.

Ein Erfahrungswert aus dem eigenen Bestand: In den von mir verwalteten Wohnanlagen liegt das Hausgeld typischerweise in einer Spanne von etwa 3,50 bis 4,50 Euro je Quadratmeter im Monat, bei Häusern mit Aufzug und großer Grünfläche auch darüber. Steht in einem Exposé ein deutlich niedrigerer Wert, ist das kein Schnäppchen, sondern meistens ein Hinweis auf eine zu knapp kalkulierte Gemeinschaft.

Fragen

Häufige Fragen zum Immobilien-Lexikon

Für wen ist dieses Lexikon gemacht?

Für Kapitalanleger. Die Einträge erklären jeden Begriff aus der Sicht von jemandem, der vermietet statt selbst einzieht. Deshalb steht bei jedem Wort auch, welchen Einfluss es auf Rendite, Kosten oder Steuer hat.

Wie lang ist ein Eintrag?

Kurz genug zum Nachschlagen, lang genug zum Verstehen: rund eine Bildschirmseite. Ganz oben steht immer eine Definition in zwei bis drei Sätzen, damit du dir in zehn Sekunden ein Bild machen kannst.

Sind schon alle Begriffe online?

Nein. Das Lexikon entsteht Schritt für Schritt und wächst laufend weiter. Die Begriffe mit dem größten Einfluss auf eine Kaufentscheidung kommen zuerst, Randbegriffe später.

Ersetzt das Lexikon einen Ratgeber?

Nein. Das Lexikon beantwortet die Frage, was etwas ist. Wie du etwas machst, steht in den ausführlichen Ratgeberseiten der einzelnen Themen. Jeder Eintrag verlinkt auf die passende Anleitung.

Kann ich einen Begriff vorschlagen?

Ja, gern. Wenn dir in einem Exposé oder in einem Protokoll ein Wort begegnet, das hier fehlt, schreib es mir. Solche Hinweise sind der beste Gradmesser dafür, welcher Eintrag als Nächstes gebraucht wird.

Fazit

Fachsprache ist keine Schikane, sondern eine Abkürzung. Wer sie versteht, liest ein Exposé in fünf Minuten statt in einer Stunde und erkennt schneller, was fehlt.

Nutze das Lexikon als Nachschlagewerk neben deinen Unterlagen. Wenn du danach wissen willst, ob die Zahlen zusammenpassen, hilft die Renditeberechnung für Anlageimmobilien weiter, und für die Rechnung selbst stehen die Rechner für Kapitalanleger bereit.

Die Erklärungen sind allgemein gehalten und ersetzen keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.

Ein Begriff in deinen Unterlagen macht dich unsicher?

Dann schaue ich mit dir auf das Dokument, aus dem er stammt.

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