Rechner
Kaufpreisfaktor-Rechner
Der Kaufpreisfaktor sagt dir, wie viele Jahreskaltmieten eine Immobilie kostet. Du teilst den Kaufpreis durch die Jahreskaltmiete. Ein Faktor von 20 bedeutet: Nach zwanzig Jahren Miete hast du den Kaufpreis wieder eingespielt, ohne Kosten und ohne Finanzierung. Im Ruhrgebiet sind Faktoren zwischen 18 und 24 üblich.
Zwei Zahlen genügen. Das dritte Feld zeigt dir zusätzlich, wie der Faktor aussieht, wenn du die Kaufnebenkosten mitrechnest.
Die Einordnung ist eine Orientierung für das Ruhrgebiet und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
Die einfachste Formel im ganzen Immobiliengeschäft
Kaufpreis geteilt durch Jahreskaltmiete. Mehr ist es nicht. Bei 165.000 Euro Kaufpreis und 690 Euro Kaltmiete sind das 165.000 geteilt durch 8.280, also 19,9.
Der Faktor ist der Kehrwert der Bruttomietrendite. Wer den einen kennt, kennt den anderen: Hundert geteilt durch den Faktor ergibt die Bruttorendite in Prozent. 100 geteilt durch 19,9 sind 5,0 Prozent. Deshalb brauchst du nie beide Zahlen zu berechnen.
Der große Vorteil: Du kannst ihn im Kopf rechnen, während du das Exposé liest. Kaufpreis durch Monatsmiete durch zwölf. Damit sortierst du in einer Viertelstunde zwanzig Angebote aus einem Portal aus. Mehr zum Begriff steht unter Kaufpreisfaktor.
Ein Beispiel aus dem Ruhrgebiet
Zwei Angebote liegen auf dem Tisch. Beide 62 Quadratmeter, beide vermietet.
Angebot A liegt in Essen-Altenessen. Kaufpreis 165.000 Euro, Kaltmiete 690 Euro. Jahreskaltmiete 8.280 Euro. Faktor 19,9. Bruttorendite 5,0 Prozent.
Angebot B liegt in Essen-Rüttenscheid. Kaufpreis 295.000 Euro, Kaltmiete 950 Euro. Jahreskaltmiete 11.400 Euro. Faktor 25,9. Bruttorendite 3,9 Prozent.
Rechnest du die Kaufnebenkosten mit ein, verschiebt sich alles nach oben. Bei 12,07 Prozent Nebenkosten wird aus Faktor 19,9 ein Faktor von 22,3. Aus 25,9 werden 29,0. Das ist die Zahl, die dein Geld wirklich beschreibt.
Welches Angebot besser ist, sagt der Faktor nicht. Er sagt nur, dass du in Rüttenscheid sechs Jahresmieten mehr bezahlst. Ob die Lage das wert ist, entscheidest du. Wie sich die Nebenkosten zusammensetzen, zeigt der Kaufnebenkosten-Rechner für NRW.
Einordnung für das Ruhrgebiet
| Faktor | Bruttorendite | Einordnung |
|---|---|---|
| unter 14 | über 7,1 Prozent | auffällig günstig, Grund suchen |
| 14 bis 18 | 5,6 bis 7,1 Prozent | günstig, meist einfache Lagen |
| 18 bis 22 | 4,5 bis 5,6 Prozent | marktüblich im Revier |
| 22 bis 26 | 3,8 bis 4,5 Prozent | ambitioniert, gute Lagen |
| über 26 | unter 3,8 Prozent | teuer, braucht viel Eigenkapital |
Diese Stufen gelten für Essen, Bochum, Gelsenkirchen, Oberhausen und Duisburg. In Düsseldorf liegt derselbe Wohnungstyp mehrere Faktorstufen höher. Vergleiche also nie über Stadtgrenzen hinweg, ohne den Markt zu kennen. Mehr dazu unter Standorte im Ruhrgebiet.
Wo diese Rechnung in die Irre führt
Wie ich den Faktor selbst benutze
Aus über 200 Verkäufen im Jahr und rund 4.000 verwalteten Einheiten habe ich mir angewöhnt, den Faktor nur als Türsteher zu benutzen. Er entscheidet, ob ich mir das Objekt genauer ansehe. Er entscheidet nie, ob ich kaufe.
In den von mir verwalteten Beständen sehe ich regelmäßig Wohnungen, die auf dem Papier gleich aussehen und sich völlig unterschiedlich verhalten. Zwei Häuser in derselben Straße, gleicher Faktor, gleiche Baujahre. Das eine hat eine gefüllte Rücklage und ein saniertes Dach, das andere seit Jahren Streit in der Eigentümerversammlung. Nach fünf Jahren ist der Unterschied im Geldbeutel deutlich sichtbar.
Deshalb der praktische Rat: Nimm den Faktor für die ersten zehn Sekunden. Danach lies die Teilungserklärung und die letzten drei Protokolle.
Fazit
Der Kaufpreisfaktor ist die schnellste Kennzahl, die es gibt. Er kostet dich zehn Sekunden und erspart dir Stunden mit Objekten, die von vornherein nicht passen.
Verlass dich aber nie allein darauf. Er kennt weder deine Kosten noch den Zustand des Hauses. Wenn ein Objekt den Faktortest besteht, rechne weiter mit dem Mietrendite-Rechner und dem Cashflow-Rechner. Alle Werkzeuge stehen in der Rechner-Übersicht.
Die Einordnung ist eine Orientierung und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
Faktor stimmt. Und jetzt?
Ich schaue mit dir, was hinter der Zahl steckt — an deinem konkreten Objekt.
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