Lexikon · Rendite
Kaufpreisfaktor einfach erklärt
Der Kaufpreisfaktor ist der Kaufpreis geteilt durch die Jahresnettokaltmiete. Er sagt dir, wie viele Jahresmieten eine Wohnung kostet. Ein Faktor von 20 bedeutet: Nach zwanzig Jahren hat die Miete den Kaufpreis eingespielt, ohne Kosten gerechnet. Je niedriger der Faktor, desto günstiger das Objekt. Er ist der schnellste Filter bei der Vorauswahl.
Wie es berechnet wird
Kaufpreis durch Jahreskaltmiete, fertig. Der Faktor heißt auch Vervielfältiger und ist nichts anderes als der Kehrwert der Bruttomietrendite. Ein Faktor von 20 entspricht fünf Prozent, ein Faktor von 25 entspricht vier Prozent.
Drei Objekte aus dem Revier im direkten Vergleich:
| Objekt | Kaufpreis | Kaltmiete | Jahresmiete | Faktor |
| Essen-Altendorf, 68 m², Bestand | 139.000 € | 640 € | 7.680 € | 18,1 |
| Bochum-Wattenscheid, 55 m², saniert | 105.000 € | 480 € | 5.760 € | 18,2 |
| Essen-Rüttenscheid, 72 m², gute Lage | 235.000 € | 810 € | 9.720 € | 24,2 |
Die Wohnung in Rüttenscheid ist rechnerisch die teuerste. Trotzdem kann sie die bessere Entscheidung sein, wenn du an die Wertentwicklung glaubst und wenig Leerstandsrisiko willst. Der Faktor misst den Preis, nicht die Qualität.
Worauf du achten musst
Aus der Verwaltungspraxis
Über das Maklerteam laufen mehr als 200 Verkäufe im Jahr, dazu kommen die Objekte, die ich mir selbst ansehe. Der Kaufpreisfaktor ist bei mir immer die erste Zahl, die ich bilde, und er entscheidet in dreißig Sekunden, ob ich weiterlese.
Ein Erfahrungswert aus meiner Vermarktung: Im Ruhrgebiet liegen Bestandswohnungen meistens in einer Spanne von etwa 16 bis 22 Jahresmieten. In gefragten Essener Lagen wie Rüttenscheid oder Bredeney sind auch 24 bis 28 üblich, in Gelsenkirchen und Teilen von Duisburg findet man auch heute noch Objekte unter 16. Wer diese Spanne im Kopf hat, erkennt ein überteuertes Angebot schneller als mit jeder Bewertungssoftware.
Verwandte Begriffe
Weiterlesen: alle Begriffe im Immobilien-Lexikon, die vollständige Bewertung im Silo Rendite von Anlageimmobilien.
Fazit
Der Kaufpreisfaktor ist die schnellste Kennzahl, die es gibt, und genau dafür ist er gut. Er sortiert zwanzig Exposés in wenigen Minuten vor.
Verwechsle ihn aber nicht mit einer Entscheidungsgrundlage. Nach dem Faktor kommen Hausgeld, Rücklage, Protokolle und die Nettomietrendite. Erst danach weißt du, ob ein günstiger Faktor ein gutes Geschäft ist oder eine Warnung.
Diese Erklärung ist allgemein gehalten und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
Ist Faktor 21 für dieses Objekt zu viel?
Im Erstgespräch ordne ich den Preis mit dir in die Lage ein und schaue, was die Zahl wirklich bedeutet.
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