Lexikon · Finanzierung
Beleihungsauslauf einfach erklärt
Der Beleihungsauslauf ist dein Darlehen im Verhältnis zum Beleihungswert der Immobilie, angegeben in Prozent. Er zeigt der Bank, wie viel Risiko sie trägt. Je niedriger der Auslauf, desto günstiger der Zins. Oberhalb von etwa achtzig Prozent wird die Finanzierung spürbar teurer. Banken staffeln ihre Konditionen in festen Stufen.
Wie es berechnet wird
Die Formel ist kurz: Darlehen geteilt durch Beleihungswert, mal hundert. Der Haken steckt im Nenner. Die Bank rechnet nicht mit deinem Kaufpreis, sondern mit ihrem eigenen, vorsichtigeren Wert.
Nimm eine Wohnung in Essen-Altendorf, 68 Quadratmeter, Kaufpreis 139.000 Euro. Die Bank setzt den Beleihungswert nach einem Sicherheitsabschlag von zehn Prozent an. Zwei Eigenkapitalvarianten im Vergleich:
| Kaufpreis | 139.000 € |
| Beleihungswert der Bank | 125.100 € |
| Variante A: Darlehen | 118.000 € |
| Beleihungsauslauf A | 94 % |
| Variante B: Darlehen | 100.000 € |
| Beleihungsauslauf B | 80 % |
| Zinssatz A, beispielhaft | 3,80 % |
| Zinssatz B, beispielhaft | 3,40 % |
| Zinsdifferenz im ersten Jahr | rund 470 € |
Der Unterschied wirkt klein, läuft aber über die gesamte Zinsbindung mit. Über zehn Jahre sind das mehrere tausend Euro, ohne dass sich an der Wohnung irgendetwas geändert hat.
Beispielzahlen zur Veranschaulichung. Die Rechnung ersetzt keine Finanzierungs- oder Anlageberatung.
Worauf du achten musst
Aus der Verwaltungspraxis
Aus über zwanzig Jahren in der Branche und rund 4.000 verwalteten Einheiten kenne ich die Sorte Gespräch gut: Jemand hat eine Wohnung gefunden, die Zahlen passen, und dann kommt das Angebot der Bank mit einem Zins, der einen halben Prozentpunkt über dem liegt, was in der Werbung stand.
Fast immer liegt es am Auslauf, nicht am Objekt. Ein Erfahrungswert: Bei Kapitalanlegern, die im Revier ihre erste Wohnung kaufen, liegt der Auslauf typischerweise zwischen 85 und 100 Prozent. Wer die Nebenkosten aus eigenem Geld zahlt und noch zehn Prozent des Kaufpreises dazulegt, landet in einer merklich besseren Zinsstufe.
Verwandte Begriffe
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Fazit
Der Beleihungsauslauf ist die Kennzahl, die deinen Zins am stärksten beeinflusst, und du kannst sie selbst steuern. Mehr Eigenkapital senkt ihn, mitfinanzierte Nebenkosten heben ihn.
Rechne vor dem Bankgespräch aus, wo du liegst, und prüfe, ob dich ein überschaubarer Betrag unter die nächste Stufe bringt. Das ist eine der wenigen Stellschrauben, an denen ein paar tausend Euro Eigenkapital eine große Wirkung haben.
Diese Erklärung ist allgemein gehalten und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
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