Lexikon · Rendite

Cashflow einfach erklärt

Der Cashflow ist das, was von der Miete übrig bleibt, wenn Darlehensrate und alle Kosten bezahlt sind. Gerechnet wird pro Monat oder pro Jahr. Ist er positiv, trägt sich die Wohnung selbst. Ist er negativ, legst du jeden Monat eigenes Geld nach. Steuern und Rücklagen gehören in die Rechnung hinein.

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Wie es berechnet wird

Du startest bei der Kaltmiete und ziehst nacheinander alles ab, was tatsächlich von deinem Konto abgeht. Reihenfolge: nicht umlagefähiges Hausgeld, eigene Rücklage für Reparaturen in der Wohnung, ein Ansatz für Leerstand, dann die Darlehensrate.

Beispiel: die Zweizimmerwohnung in Essen-Altendorf, 68 Quadratmeter, Kaufpreis 139.000 Euro, Kaltmiete 640 Euro. Finanziert mit 25.000 Euro Eigenkapital, Darlehen 131.000 Euro, 3,5 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung.

Kaltmiete+640 €
Nicht umlagefähiges Hausgeld−82 €
Eigene Rücklage für das Sondereigentum−45 €
Ansatz für Mietausfall, 2 %−13 €
Darlehensrate, 5,5 % Annuität−600 €
Cashflow vor Steuern−100 €
Steuerwirkung der AfA und der Zinsen+95 €
Cashflow nach Steuern−5 €
Darin enthaltene Tilgung, Aufbau von Vermögen218 €

Die Wohnung kostet dich also rund fünf Euro im Monat und baut gleichzeitig 218 Euro Schulden ab. Das ist eine völlig normale Rechnung im Revier. Wer positiven Cashflow will, braucht mehr Eigenkapital oder eine niedrigere Tilgung.

Beispielzahlen zur Veranschaulichung. Die Rechnung ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.

Worauf du achten musst

Tilgung ist kein Verlust. Sie geht vom Konto, bleibt aber dein Geld. Wer sie als Kosten verbucht, hält jede Wohnung für ein Verlustgeschäft. Trenne die Rate immer in Zins und Tilgung.
Ohne Rücklage ist die Rechnung falsch. Irgendwann kommt die Therme, das Bad oder ein Mieterwechsel mit Renovierung. Wer nichts zurücklegt, hat keinen positiven Cashflow, sondern nur eine verschobene Rechnung.
Der Cashflow kippt bei Leerstand sofort. Zwei Monate ohne Miete kosten dich bei diesem Beispiel rund 1.280 Euro, während Rate und Hausgeld weiterlaufen. Ein Puffer von mindestens sechs Monatsraten gehört dazu.
Die Steuerwirkung ist nicht garantiert. Sie hängt an deinem persönlichen Steuersatz und an deinen übrigen Einkünften. Eine Rechnung, die nur mit Steuerersparnis aufgeht, steht auf einem Bein.

Aus der Verwaltungspraxis

In den von mir verwalteten Objekten sehe ich beide Enden. Eigentümer, die vor zehn Jahren gekauft haben, haben heute Wohnungen mit klar positivem Cashflow, weil die Mieten gestiegen sind und die Restschuld gefallen ist. Wer gerade erst kauft, startet fast immer bei null oder leicht darunter.

Ein Erfahrungswert aus dem eigenen Bestand: Der Posten, der den Cashflow am zuverlässigsten zerstört, ist nicht der Zins, sondern eine Sonderumlage. Wenn die Gemeinschaft eine Fassade oder ein Dach beschließt, ist der Betrag vierstellig bis fünfstellig und sofort fällig. Deshalb schaue ich vor jedem Kauf zuerst in die Rücklage und in die letzten Protokolle, nicht in den Zinssatz.

Verwandte Begriffe

Nettomietrendite — die Qualität des Objekts ohne deine Finanzierung.
Hausgeld — der nicht umlagefähige Teil geht direkt in den Cashflow.
Beleihungsauslauf — er bestimmt Zins und Darlehenshöhe und damit deine Rate.
AfA — die Abschreibung verbessert den Cashflow nach Steuern spürbar.
Instandhaltungsrücklage — eine dünne Rücklage ist die häufigste Ursache für einen plötzlichen Einbruch.

Weiterlesen: alle Begriffe im Immobilien-Lexikon, die vollständige Rechnung im Silo Rendite von Anlageimmobilien.

Fazit

Der Cashflow ist die einzige Kennzahl, die du jeden Monat spürst. Er entscheidet, ob eine Wohnung entspannt läuft oder ob sie dich unter Druck setzt.

Rechne ihn ehrlich: mit Rücklage, mit Mietausfall, mit allen nicht umlagefähigen Kosten. Und plane einen Puffer ein, der zwei leere Monate und eine Sonderumlage aushält.

Diese Erklärung ist allgemein gehalten und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.

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